Auf Initiative des Fachausschusses „Gesundheitswirtschaft“ der Deutsch-Bulgarischen Industrie- und Handelskammer (DBIHK) fand am 9.12.2021 eine Onlinediskussion über die Corona-Schutzimpfung statt.
Die Referentin war Prof. Assena Serbezova Ph.D., M.Sc.Pharm., Präsidentin der Bulgarischen Pharmazeutischen Union.
Die Veranstaltung wurde von Maria Lukanova, Co-Vorsitzende des Fachausschusses „Gesundheitswirtschaft“ eröffnet. Die wichtigste Frage, die uns alle interessiert, ist, warum die bulgarische Gesellschaft die wissenschaftlichen Daten, die für die Impfung sprechen, nicht akzeptiert, betonte sie. Sie verpflichtete sich zu einer persönlichen Initiative zur Teilnahme an Sensibilisierungskampagnen zur Unterstützung von Impfungen.
Dr. Mitko Vassilev, Hauptgeschäftsführer der DBIHK eröffnete die Veranstaltung und erklärte, dass das Thema der Impfstoffe gegen das Coronavirus für unsere Gesellschaft und die Welt von wichtiger Bedeutung sei.
Prof. Serbezova erkläuterte, dass jedes Medikament Vorteile, aber auch Nebenwirkungen hat. Sie sagte, zu Beginn des Impfprozesses sei der Öffentlichkeit nicht erklärt worden, warum die Impfstoffe so schnell entwickelt wurden. Dabei handelt es sich um eine neue Art von Impfstoffen, bei deren Entwicklung künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt, in die jährlich mehr als 70 Millionen Euro investiert werden.
Statistiken zeigen, dass Bulgarien seit Jahren die höchste Gesamtsterblichkeitsrate in der Europäischen Union (EU) hat, sagte sie. Die Lebenserwartung ist 5-6 Jahre niedriger als in anderen EU-Ländern. Sie ist nicht nur auf Covid-19 zurückzuführen, sondern auch auf vernachlässigte Maßnahmen für chronisch Kranke, die Einstellung zu Wahloperationen, was auch zu einer Veränderung der psychischen Gesundheit führt und somit das Immunsystem schwächt.
Geimpfte Menschen können das Virus übertragen, aber nur in begrenztem Umfang, sagte Prof. Serbezova. Sie werden auch krank, aber mit milden Symptomen, fügte sie hinzu. Impfstoffe sind wirksam bei der Verhinderung von Infektionen, aber nicht zu 100 %. Es gibt auch kein Medikament, das zu 100 % wirksam ist, also kann man von Impfstoffen auch nicht so viel erwarten, sagte sie.
Die Industrie, die diese Produkte herstellt, wendet bei allen Produktionsprozessen einen strengen Ansatz an und die Zulassung zur Verwendung erfolgt nach einer Bewertung von Nutzen und Risiken durch die Regulierungsbehörden, erklärte Prof. Serbezova. Ein Impfstoff ist ein biologisches Produkt mit hauptsächlich prophylaktischer Funktion und enthält einen Erreger (Bakterien, Viren oder Teile davon) der, wenn er in den Körper eingeführt wird, dem Immunsystem hilft, eine wirksamere Reaktion bei der Bekämpfung der Infektion zu entwickeln, fügte sie hinzu.
Es gibt zwei Arten von Impfstoffen: prophylaktische (schützende) und therapeutische (heilende), sagte Prof. Serbezova. Seit den 90er Jahren wurden RNA-Impfstoffe mit verschiedenen Impfstofftechnologien entwickelt, sagte sie. Der Entwicklungszyklus von Impfstoffen besteht aus mehreren Phasen, bevor sie für den Einsatz zugelassen werden, erklärte sie.
Im Jahr 2020 sind die Wissenschaftler dabei, in sehr kurzer Zeit sichere und wirksame Impfstoffe zu entwickeln. 23 Impfstoffe sind bereits zugelassen und 143 Impfstoffe befinden sich in der Entwicklung, erklärte Prof. Serbezova. Die Covid-19-Impfstoffe erhalten nach einer fortlaufenden Prüfung eine erste bedingte Zulassung und durchlaufen ein beschleunigtes Marktzugangsverfahren. Bedingte Genehmigungen für das Inverkehrbringen werden erteilt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, sagte sie. Die Entwicklung und mögliche Zulassung von Covid-19-Impfstoffen wird als Reaktion auf den Notfall sehr schnell vorangetrieben. Die Europäische Arzneimittel-Agentur bewertet Anträge mit qualitativ hochwertigen Daten von Impfstoffunternehmen in kurzer Zeit und stellt die Solidität ihrer Entscheidungen sicher, erklärt Prof. Serbezova. Sie präsentierte einen kurzen Vergleich der derzeit in Bulgarien zugelassenen Impfstoffe und teilte Daten über deren Wirksamkeit und Nebenwirkungen mit.
Ein hohes Maß an Stress und Angst kann zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen. Dadurch wird das Immunsystem geschwächt und die Gesundheit verschlechtert sich, schloss Prof. Serebezova ab.
Wenn Sie an dem Thema interessiert sind, können Sie die Präsentation per E-Mail erhalten, indem Sie eine Email an info@ahk.bg senden.