Deniza Vrabcheva
Kommunikationsleiterin Unternehmenskommunikation
T +359 2 816 30-31 | M +359 882954604 deniza.vrabcheva@ahk.bgSofia, Mai 2026 – Die aktuelle Konjukturumfrage der AHK Bulgarien unter 83 Unternehmen zeigt, dass die Geschäftstätigkeit in Bulgarien weiterhin in einem stabilen Umfeld stattfindet – trotz zunehmender externer und interner Herausforderungen.
Die Umfrage wurde im Zeitraum 10. März bis 2. April 2026 unter 83 Unternehmen durchgeführt und ist Teil der globalen Erhebung des AHK-Netzwerks. Sie spiegelt das aktuelle Geschäftsklima vor dem Hintergrund bedeutender geopolitischer Ereignisse wider: die Ankündigung der Präsidentschaftskandidatur von Rumen Radev (19. Januar 2026) sowie den Ausbruch des Iran-Konflikts (28. Februar 2026).
bewerten das Geschäftsumfeld als mindestens zufriedenstellend
erwarten Stabilität oder Verbesserung
halten oder steigern den Beschäftigungsstand
sogar als gut
halten oder erhöhen ihre Investitionen
positive Bewertung der digitalen Infrastruktur
Aktuelle Lage
Das Geschäftsumfeld in Bulgarien bleibt stabil: 91% der befragten Unternehmen bewerten es als mindestens zufriedenstellend, 36% sogar als gut. Die meisten Unternehmen blicken weiterhin positiv in die Zukunft: 80% erwarten Stabilität oder eine Verbesserung der Lage, und 40% rechnen mit einer Verbesserung in den kommenden zwölf Monaten.
Das langfristige Vertrauen spiegelt sich unmittelbar in den Investitionsplänen wider: 70% der Unternehmen halten oder erhöhen ihre Investitionen, 30% planen zusätzliche Investitionen. Auch die Beschäftigungsdaten sind ermutigend: 85% werden ihren Personalstand halten oder ausbauen, und 33% planen aktiv weiteres Wachstum.
Risiken und Herausforderungen
Trotz stabiler Grundlagen bleiben die Unternehmen vorsichtig. 53% erwarten, dass die Lage in den nächsten zwölf Monaten unverändert bleibt oder sich verbessert, doch die erhöhte Sensibilität gegenüber wirtschaftlichen Risiken ist spürbar. Die Unternehmen unterscheiden klar zwischen externen Faktoren und bulgarienbezogenen Herausforderungen.
Die geopolitischen Entwicklungen werden genau beobachtet. Wachsendes Bewusstsein für den globalen Kontext geht einher mit gezieltem Risikomanagement und -minimierung. Die Unternehmen diversifizieren proaktiv ihre Lieferketten, um mehr Resilienz aufzubauen.
Lokale Herausforderungen
Die Erwartungen an die Regierung sind seit mehreren Jahren stabil. An erster Stelle steht die Korruptionsbekämpfung: 78% der Unternehmen sind mit dem bisherigen Fortschritt unzufrieden und nennen sie als oberste Priorität. Ebenso bedeutsam sind der Bedarf an einem stabileren und verlässlicheren wirtschaftlichen Rahmen (82% fordern mehr Verlässlichkeit seitens der Regierung) sowie die Behebung des Fachkräftemangels als Schlüsselfaktor für nachhaltiges Wachstum.
Investitionsattraktivität
Bulgarien profiliert sich zunehmend als attraktiver Investitionsstandort mit konkreten Wettbewerbsvorteilen. 95% bewerten die digitale Infrastruktur positiv – ein Wert über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Steuerlast, Steuersystem und die Arbeit der Institutionen werden überwiegend positiv bewertet; der stabile Steuerrahmen gilt als zentraler Standortvorteil.
Die Einführung des Euro stärkt die Investitionsattraktivität zusätzlich: Währungsrisiken spielen kaum noch eine Rolle, und 13% der Unternehmen verlagern bereits Investitionen von Deutschland nach Bulgarien.
Als Nearshoring-Destination überzeugt Bulgarien: 89% der Unternehmen bewerten die Position als stabil oder verbessert, 26% sehen Bulgarien als attraktiver als zuvor. Die Standorttreue ist hoch – 77% planen keine Verlagerung, und 56% erhöhen ihre Investitionen im Land oder planen dies.
Innovation
Bulgarien positioniert sich zunehmend als Forschungs- und Entwicklungsstandort. Die Unternehmen investieren im Durchschnitt 8,5% ihres Investitionsvolumens in FuE – ein klares Zeichen für wachsende Innovationstätigkeit. 70% halten ihre Investitionen stabil oder erhöhen sie, und 28% wünschen sich verbesserte Finanzierungsbedingungen für FuE.
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