Unternehmer diskutierten ERM II - Beitritt Bulgariens

Am 9. April 2019 fand im Grand Hotel Sofia ein Business Dinner mit Kalin Hristov, dem Vizepräsident der Bulgarischen Nationalbank, Leiter der Issue-Abteilung und Vorstandsmitglied der Bulgarischen Nationalbank statt. Auf der Veranstaltung, die von den DBIHK-Fachausschüssen „Wirtschaftsentwicklung“ und „Banken und Versicherungen“ gemeinsam organisiert wurde, wurden der bevorstehende Beitritt Bulgariens zum Wechselkursmechanismus II (ERM II), sowie die damit verbundenen geschäftlichen Herausforderungen und Auswirkungen erörtert.

Kalin Hristov präsentierte Informationen über den ERM-Mechanismus. Die Teilnahme am ERM II sei das fünfte Kriterium für den Beitritt zur Eurozone, erklärte der stellvertretende Gouverneur. Die anderen vier Kriterien beziehen sich auf das Erreichen bestimmter Werte beim Haushaltsdefizit, der gesamten Staatsverschuldung, der Inflation und der Wechselkursstabilität.

Der stellvertretende Gouverneur befasste sich auch mit der Frage der Steuerharmonisierung im Zusammenhang mit den derzeitigen Steuervorteilen Bulgariens. „Der richtige Zeitpunkt für die Steuerkonvergenz muss gewählt werden“, sagte er. Wenn wir Kapital von Unternehmen akkumulieren möchten, können wir sie nicht – mit einem hohen Steuersatz belasten, da sie ihren Sitz verlegen werden, falls die Bedingungen für die Geschäftstätigkeit schlechter sind, sagte er.

Kalin Hristov erklärte, dass die Konzepte des automatischen Zinsabfalls, der Senkung der unterschiedlichen Kosten und der einfacheren Finanzierung beim Eintritt in die Eurozone falsch sind.

Die Auswirkungen der Inflation auf die Bevölkerung sind unterschiedlich und werden von den Ärmsten der Bevölkerung aufgrund der Art der Einkäufe deutlicher wahrgenommen. Eine Beurteilung des Einflusses erfolgt jedoch im Durchschnitt, sagte er.

Die Eurozone ändert die Konjunktur nicht. Alles hängt von der nationalen Strukturpolitik ab, so Kalin Hristov.

„Dank des Beitritts zur EU haben wir viele Reformen durchgeführt. Wenn wir uns 10 bis 15 Jahren zurückversetzen, können wir uns vorstellen, wie es war. Wir werden einen großen Unterschied sehen, der unsere Vorbereitungen und unsere Mitgliedschaft in der EU ausgemacht hat. Wir haben unsere Rechtsvorschriften harmonisiert, konnten sie jedoch nicht optimal umsetzen ", sagte Lydia Shouleva, Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaftsentwicklung.

Während der Diskussion kamen denfalls Fragen wie die Migration von Arbeitskräften und die Notwendigkeit von Strukturreformen im Zusammenhang mit dem Wirtschaftswachstum auf.

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