Arbeitstreffen mit dem Bildungsminister

Der Fachausschuss „Aus- und Weiterbildung“ der Deutsche-Bulgarischen Industrie- und Handelskammer (DBIHK) organisierte ein Arbeitstreffen mit Herrn Krassimir Valtchev, Minister für Bildung und Wissenschaft, das am 7. März 2019 im Konferenzsaal der DBIHK stattfand. Es wurden die neuen Konzepte, Trends und Strategien des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft in der Entwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung vorgestellt. An der Veranstaltung haben über 40 Gäste, darunter Vertreter der Mitgliedsunternehmen der DBIHK, der Technischen Universität Sofia und Bulgarian Industrial Association teilgenommen.

Der Leiter der Wirtschaftsabteilung der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Herr Hubertus Klink unterstrich die Rolle Deutschlands, das sich seit langem für die Einführung des dualen Berufsbildungsmodells in Bulgarien einsetzt, und erinnerte daran, dass Deutschland 5 deutsche Berufsbildungszentren in Bulgarien geschaffen hat. Er begrüßte die Entscheidung der bulgarischen Regierung, das Berufsbildungsgesetz zu ändern.

Minister Valtchev hat als Grund für den Fachkräftemangel einerseits das Tempo der Entwicklung der Unternehmen und andererseits - die Migration eines großen Teils von Fachleuten - festgestellt. In den nächsten Jahren ist der Prozentsatz der Menschen, die das Rentenalter erreichen, 50% höher als der Menschen, die den Markt eintreten, sagte er. Dies wird zu großen Herausforderungen für alle Sektoren, Systeme und Berufe führen. In diesem Zusammenhang konzentriert sich das Ministerium darauf, keiner aus dem Bildungssystem auszutreten. Gleichzeitig soll der Mensch vorzubereitet werden, um die für den Markt erforderlichen Fähigkeiten zu besitzen. „Wir versuchen, die Nachfrage nach Bildung mit der Nachfrage am Arbeitsmarkt zu verbinden - durch Plan für die Stipendien und Finanzierung", sagte Valtchev.

Die Förderung der Bereiche Ingenieurwesen, Landwirtschaft, Naturwissenschaften und Mathematik sowie pädagogische Fachrichtungen sind ausgedacht. Seinen Wortern nach wird das nächste Jahrzehnt die größte Herausforderung mit dem Humankapital verbunden sein wird. Dies ist eine Gelegenheit, Arbeitsplätze mit hohem Einkommen, bessere Fachleute und eine effizientere Wirtschaft zu schaffen. "Wir werden die externe Netto-Migration verändern. Sektoren wie die Informationstechnologie sind ein Beispiel für eine Umkehrung der Migration ", fügte er hinzu und hat seine Überzeugung zum Ausdruck gebracht, dass die Migrationsprozesse innerhalb eines Jahrzehnts balancieren.

Während der Diskussion weisen die Unternehmen auf die Notwendigkeit hin, die duale Form in der Hochschulbildung zu regulieren. Maria Todorova, Leiterin der Direktion für berufliche Bildung und Ausbildung des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft, stellte die aktuellen Programme und Projekte im Zusammenhang mit der Berufsbildung vor. Es wurde klar, dass derzeit ein einheitliches Programm zur Ausbildung von Mentoren entwickelt wird. Das Ministerium bereitet auch ein Projekt zur Schaffung der sogenannten "Open Cloud" vor - einer Plattform mit kostenlosen elektronischen Inhalten und Bildungsressourcen. Ziel ist es, Lehrkräfte zu fördern und zu schulen, elektronische Unterrichtsstunden zu erstellen und die Kinder Informationstechnologien während der Ausbildung zu nutzen. Das Projekt "Beziehung zwischen Berufsbildung und Business" wird auch gestartet.

Vertreter der Wirtschaft und des Ministeriums waren sich einig, dass das Interesse der Schüler an der beruflichen Ausbildung über ein frühzeitiges Berufsberatungsprogramm geweckt werden kann. Dies schließt Besuche in Unternehmen, in denen Kinder über die aktuellen Arbeitsbedingungen erfahren, sowie die Modernisierung der Lernbasis ein.

Auf eine Frage der Überwindung der „Massifizierung“ der Hochschulbildung antwortete Minister Valtchev, dass die Aufnahmequote in den letzten drei Jahren reguliert war - im Fach „Verwaltung und Management“ wurde sie um 60% reduziert, im Fach „Wirtschaft“ - um 50%, und im Fach „Recht“ - um 40%. Ziel ist es auch Schüler zu Ingenieurwesen zu begeistern.

Als ein erfolgreiches Beispiel im Bereich duale Berufsausbildung erwähnte man das Projekt im beruflichen Gymnasium für Elektrotechnik und Elektronik in Plovdiv. Erstmalig werden Schüler der Fachrichtung „Elektrische Ausrüstung der Produktion“ des Berufs „Elektrotechniker“ in diesem Schuljahr in einem dualen Ausbildungsgang mit Hilfe von „ABB Bulgaria“ und „EVN Bulgaria“ gelehrt. Die AHK Bulgarien unterstützt auch das Projekt.

Im September 2018 wurde ein Beirat für Berufsbildung eingerichtet, in dem andere Ministerien, der Rektoratsrat, alle Sozialpartner, Vertreter von Berufsschulen und Regionalregierungen vertreten sind. Der Rat wird die Bemühungen aller Beteiligten im Land zur Modernisierung und Reform der beruflichen Bildung koordinieren.

 

 

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