Arbeitsfrühstück „Die Rolle der Europäischen Investitionsbank bei der Geschäftsentwicklung“

Das Arbeitsfrühstück unter dem Titel: „Die Rolle der Europäischen Investitionsbank bei der Geschäftsentwicklung“ fand am 9. Mai 2018 im Millennium Center Sofia statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Deutsch-Bulgarischen Industrie- und Handelskammer, der Französisch-Bulgarischen Industrie- und Handelskammer und dem Businessclub Belgien-Bulgarien-Luxemburg organisiert.

Unter den offiziellen Gästen waren der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, S.E. Herbert Salber, der Botschafter des Königreichs Belgien, S.E. Francois Bontemps und Herr Dominique Grancher, der stellvertretende Leiter des Regionalamtes für Wirtschaft, Botschaft der Republik Frankreich.

Frau Vessela Todorova-Mosettig, Direktorin der Französisch-Bulgarischen Industrie- und Handelskammer, Herr Frank Jansen, Präsident des Businessclubs Belgien-Bulgarien-Luxemburg und Herr Dr. Mitko Vassilev, Geschäftsführer der Deutsch-Bulgarischen Industrie- und Handelskammer begrüßten die Gäste.

Herr Andreas Beikos, Leiter der Europäischen Investitionsbank-Gruppe in Bulgarien, erklärte die Struktur und die Aufgaben der Europäischen Investitionsbank (EIB), die in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen feiert. Er ergänzte, dass die Institution in Bulgarien seit 1992 tätig ist, wobei seit diesem Zeitpunkt der größte Teil der Investitionen in den Transportsektor des Landes geflossen ist. Etwa 90% der Bankdarlehen werden in den Ländern der Europäischen Union (EU) vergeben, aber die Bank ist ein globaler Partner, die auch in Regionen außerhalb der Union, wie Lateinamerika, Asien und Afrika tätig ist, erklärte er.

Man kann die Finanzmittel, die die EIB bereitgestellt, in die folgenden Gruppen aufteilen – kleine und mittlere Unternehmen (der größte Anteil mit 29,6 Mrd. Euro), Infrastruktur (18 Mrd. Euro), Umwelt (16,7 Mrd. Euro) und Innovationen (13,8 Mrd. Euro). „Diese Investitionen tragen zur Entwicklung und Verbesserung der Wirtschaft bei und beeinflussen so den Alltag der Bürger, unterstrich Beikos.

Beikos betonte die gute Wirtschaftslage der EU, aber wies auch auf die gegenwärtigen Herausforderungen für die EIB, insbesondere auf die finanziellen Folgen des Brexits und dessen negative Effekte sowie auf die Entwicklung der politischen Beziehungen zwischen der EU und der Türkei hin.

Die Europäische Investitionsbank-Gruppe in Bulgarien hat Finanzmittel in Höhe von 299 Mio. Euro in 2017 bereitgestellt. Sie umfassen alle wichtigen Wirtschaftssektoren. Die höchsten Zuwendungen erfährt der Bereich Umwelt mit 126 Mio. Euro, gefolgt von kleinen und mittleren Unternehmen (116 Mio. Euro) und Innovationen und Kompetenzen (56 Mio. Euro), wie während des Treffens deutlich wurde.

Herr Hristo Stoyanov, Vertreter des Europäischen Investitionsfonds (EIF) für Bulgarien, unterstrich, dass sich der Fokus der Arbeit des Fonds auf kleine und mittlere Unternehmen, Risikofinanzierung und Innovation richtet. Der EIF ist Teil der Europäischen Investitionsbank-Gruppe, arbeitet aber mit Finanzinstituten zusammen und finanziert Unternehmen nicht direkt. „Wir unterstützen die bessere Finanzierung der kleinen und mittleren Unternehmen”, sagte er.

„2017 ist das bisher stärkste Jahr in Bulgarien mit fast 500 Millionen Euro vergebenen Darlehen an mehr als 3.500 kleine und mittlere Unternehmen“, sagte Herr Stoyanov. Er erklärte, dass es zehn unterzeichnete Bürgschaftsvereinbarungen zwischen dem EIF und bulgarischen Banken gibt. Mit den vom Europäischen Fonds für strategische Investitionen im Rahmen des Junker-Plans bewilligten Mitteln gehört Bulgarien zu den ersten drei EU- Länder nach Investitionen zum BIP.

Es wurden Beratungsdienstleistungen entwickelt, um Hilfe zu leisten. Es wurde ein Europäisches Beratungszentrum für Investitionen eingerichtet, das eine gemeinsame Initiative der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank ist und welches eine Plattform für Kooperation und Unterstützung darstellt. Eine weitere Partnerschaft für technische Unterstützung ist JASPERS, in der ein Team von Wirtschaftswissenschaftlern und Ingenieuren die Projektentwicklung unterstützt.

In der Diskussion bestimmte man für 2019 die Sektoren Energie und Wasser zu Prioritäten.

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