Wirtschaftsforum Bulgarien

06.02.17

Am 6. Februar 2017 fand im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin das Wirtschaftsforum Bulgarien statt. Partner der Veranstaltung waren die Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer (AHK Bulgarien), das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (OA), sowie das Deutsch-Bulgarische Forum (DBF).

Als Ehrengast hielt der neue Präsident Bulgariens Rumen Radev eine Keynote. Das Staatsoberhaupt wurde von Außenminister Radi Naydenov und von Wirtschaftsminister Teodor Sedlarski begleitet.

Präsident Rumen Radev unterstrich, dass Deutschland ein strategischer Partner für Bulgarien ist. „Ungeachtet, dass es bei uns vorgezogene Wahlen geben wird und, dass wir gerade eine Übergangsregierung haben, Bulgarien ist ein stabiler Staat. Er ist wirklich eine Insel der Stabilität in der ganzen Balkanregion. Die politische Lage ist stabil“, so Radev.

„Es gibt noch ein enormes Potenzial für die Entwicklung der bilateralen Kooperation, besonders im Bereich der Wirtschaft und der Investitionen. Bulgarien steht der deutschen Wirtschaft offen“, teilte Radev nach dem Gespräch mit seinem deutschen Amtskollegen in Berlin mit. Bulgarien rechne mit der Unterstützung der EU-Länder zum Schutz der Grenzen im Falle einer Verstärkung der Migrationswelle, unterstrich das bulgarische Staatsoberhaupt.  

„Wir rechnen auch mit Unterstützung für Bulgariens Betritt zum Schengen-Raum.“ Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck wertete die Entscheidung von Präsidenten Radev Berlin für seinen ersten offiziellen Besuch zu wählen, als ein Zeichen der guten bilateralen Beziehungen. Er hielt diese auch für einen Beweis des Engagements Bulgariens zu EU und NATO. Die Sicherheit in Europa und der Schutz der EU-Außengrenzen waren unter den Themen, die Präsident Rumen Radev gemeinsam mit seinem deutschen Amtskollegen Joachim Gauck erörterten. Ohne Zugriff auf das Schengener Informationssystem zu haben, kann Bulgarien diese Grenzen nicht effektiv verteidigen, betonte Radev. Gauck bewertete das Engagement Bulgariens zum Schutz der Außengrenze der EU als positiv und teilte allerdings auch mit, dass sich Deutschland und die EU über die innenpolitische Herausforderung Bulgariens - die Bekämpfung der Korruption - besorgt zeigen.

„Bulgarien kann auf deutsche Unterstützung zählen, wenn es darum geht, Rechtsstaatlichkeit und Transparenz von Entscheidungsprozessen zu stärken. Rechtssicherheit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für Investitionen – auch für weitere Investitionen aus Deutschland“, so Gauck.

Nach Ansicht des deutschen Präsidenten befinde sich die EU jetzt in unruhigem Fahrwasser. Die Europäische Idee solle in Bulgarien durch Taten der Solidarität verstärkt werden.

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