Wie wird sich der Brexit auf die bulgarische Wirtschaft auswirken?

06.11.17

Die Vorbereitung auf den schlechtesten Ausgang, jedoch mit der Hoffnung auf den möglichst besten Ausgang über die Verhandlungen, die Logistik- und Lieferantennetzplanung, die Reform der Europäischen Union und die Festigung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Unternehmen innerhalb der EU und Großbritannien waren einige von den Akzenten, die während der Konferenz „BREXIT – Folgen und Perspektiven für die bulgarischen Wirtschaft“ diskutiert wurden. Die Konferenz fand am 2. November 2017 in Sofia statt.

Die Konferenz wurde von der Britisch-Bulgarischen Businessassoziation (BBBA) und der Deutsch-Bulgarischen Industrie- und Handelskammer (DBIHK) organisiert. Ziel der Konferenz war, die aktuelle Debatte über die Zukunft Bulgariens, der Europäischen Union und Großbritanniens im Kontext mit den Brexit-Verhandlungen zu erweitern.

„Im letzten Jahr ist ein stark hoffnungsgebender Trend für Remigration zu spüren und der Brexit schafft die Voraussetzungen, dass qualifizierte Bulgaren zurück nach Bulgarien kommen, indem wir ihnen zeigen, dass hier Arbeitsmöglichkeiten und guter Lebensstandard möglich sind,“ sagte der Vizeprämier Tomislav Donchev, der sich an der Debatte mit Gästen aus Deutschland und Großbritannien beteiligte. Er kommentierte, dass die sekundären Auswirkungen auf die bulgarische Wirtschaftаft vom Brexit viel wichtiger seien, da der eingeschränkte Zugang zum britischen Markt  unvermeidlich zu einer stärkeren Konkurrenz innerhalb der EU führen werde. 

Anne-Marie Martin, Generaldirektorin des Rates der britischen Handelskammern in Europa, hat die Ergebnisse von einer paneuropäischen Untersuchung über die Einstellungen der Wirtschaft zum Brexit vorgestellt. Sie drückte die gemeinsamen Befürchtungen der Unternehmen aus, dass ihre Stimme weder von ihren Landesregierungen, noch von den Verhandelnden in Brüssel zu hören ist. „Die moderne Wirtschaft ist hochintegriert und sogar Unternehmen, die auf dem lokalen Markt tätig sind, werden vom Lieferantennetz ihrer Kunden und Partner betroffen sein“, sagte Frau Martin und betonte, dass das Mitwirken der Unternehmer in den Brexit-Verhandlungen von besonders wichtiger Bedeutung sei.

Dr. Ulrich Hoppe, Exekutivdirektor der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer in London betonte, dass die Vorbereitung der Unternehmen sofort beginnen sollte, was angesichts der außerordentlich schwer voraussehbaren Ergebnisse und der Verhandlungszeitspanne kompliziert sei.